Hier finden Sie Informationen zu unterschiedlichen Themen, die Ihnen als Hintergrundwissen und/oder zu alltagspraktischen Anliegen dienlich sein können.


Gesundheitsversorgung

Informationen zum Thema „Gesundheit“ der Gesundheitsverwaltung des Rheingau-Taunus-Kreises

  • Es besteht ein begrenzter Leistungsanspruch, so lange ein Flüchtling nicht anerkannt ist. Die gesetzliche Grundlage hierfür bietet das AsylbLG. Der Anspruch beschränkt sich auf akute und/oder schmerzhafte Erkrankungen.

  • Jeder Flüchtling erhält pro Quartal je einen Behandlungsschein für die medizinische und die zahnmedizinische Versorgung vom FD Migration. Der Arzt, der den medizinischen Behandlungsschein erhält, stellt während dieses Quartals bei Bedarf Überweisungen an andere Ärzte aus. Wir empfehlen, einen Hausarzt als festen Ansprechpartner auszuwählen und diesem den Behandlungsschein vorzulegen, wenn ein Arztbesuch erforderlich ist. Der Zahnbehandlungsschein berechtigt zu einer Behandlung bei einem Zahnarzt, wenn Zahnschmerzen auftreten, die akut sind und deren Behandlung nicht aufgeschoben werden kann.

  • Schwangere haben einen uneingeschränkten Leistungsanspruch.

  • Empfängnisverhütende Mittel müssen in der Regel selbst bezahlt werden.

  • Öffentlich empfohlene Impfungen werden in jedem Lebensalter übernommen.

  • Rezepte für Heil- und Hilfsmittel müssen dem FD Migration zur Genehmigung vorgelegt werden (Heilmittel sind z. B. Physiotherapie, Logopädie; Hilfsmittel sind z. B. Rollstuhl, Schuheinlagen). Auch Überweisungen zu radiologischen Untersuchungen (z. B. zum MRT), zu ambulanten Operationen sowie Einweisungen zur stationären Behandlung müssen in der Regel vorab genehmigt werden.

  • Psychische Beeinträchtigungen erfordern ein gestuftes Vorgehen:
    Falls der Flüchtling selbst das Gespräch auf psychisch belastende Erlebnisse bringt, oder wenn psychosomatische Symptome/Verhaltensweisen auftreten, so sollte sich die Hilfe zunächst auf Zuhören und Gesprächsbereitschaft beschränken. Dem Flüchtling soll Sicherheit vermittelt und ihm so ermöglicht werden, in der für ihn neuen Lebenssituation anzukommen.

  • Bei Unsicherheiten der helfenden Person bzw. bei weiterem offensichtlichem Hilfebedarf soll die Leitung der Einrichtung oder der Sozialdienst des FD Migration informiert werden, der bei Bedarf zusätzlich den Sozialmedizinischen und Sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamtes hinzuziehen kann.

  • Ein Besuch beim Facharzt für Psychiatrie bzw. beim Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie kann nach Überweisung durch den Hausarzt erfolgen. Psychotherapeutische Konsultationen erfordern hingegen grundsätzlich die Genehmigung durch den FD Migration. Eine ausführliche fachärztliche Begründung sollte hierfür die Grundlage bieten.

  • Sobald ein Flüchtling anerkannt und ein Bleiberecht erwirkt ist, wechselt der Zuständigkeitsbereich vom FD Migration zum Job Center. In diesem Zusammenhang erfolgt die Anmeldung bei einer Krankenkasse. Danach besteht Anspruch auf Leistungen, wie bei allen gesetzlich versicherten Personen.

  • Alle unterstützungsbedürftigen Flüchtlinge und die ehrenamtlichen Helfer können grundsätzlich sämtliche Beratungsangebote nutzen, auch diejenigen des Sozialmedizinischen und Sozialpsychiatrischen Dienstes des Rheingau-Taunus-Kreises. Die Beratungen sind kostenlos und immer vertraulich.


Kontakt für den Allgemeinmedizinischen Bereich:
Frau Dr. Wilhelm:    
renate.wilhelm@rheingau-taunus.de
06124-510-355

Für den Psychiatrischen Bereich:
Herr Dr. Geberth:
wilhelm.geberth@rheingau-taunus.de
06124-510-380

Kindervorsorgeuntersuchungen und U-Hefte

Das U-Heft ist in den Herkunftsländern der Asylbewerber/innen nicht bekannt. Hier können die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer die Eltern und Kinder unterstützen, indem sie gemeinsam mit den Eltern die erforderlichen Untersuchungen im Blick behalten.
 
Wird ein Kind hier geboren, wird das Untersuchungsheft in der Klinik automatisch ausgestellt. Reist eine Familie mit Kindern ein, wird das Heft beim ersten Besuch bei einem Kinderarzt (oder bei einem Hausarzt, der auch Untersuchungen durchführt) angelegt und ausgehändigt.

Wohnsitzverpflichtung auf den Rheingau-Taunus-Kreis für anerkannte Flüchtlinge und Personen mit anderen humanitären Aufenthalten

Mit Inkrafttreten des Integrationsgesetzes hat der Gesetzgeber zur Förderung einer nachhaltigen Integration dieses Personenkreises im Jahre 2016 die rechtliche Grundlage für eine Wohnsitzverpflichtung auf das Land Hessen geschaffen. Für den darin ergänzten § 12a des Aufenthaltsgesetzes sind hierzu folgende Kriterien für eine nachhaltige Integration maßgeblich:

  • Möglichkeit des Erwerbs der deutschen Sprache
  • Integrationsmöglichkeit in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt
  • Versorgung mit angemessenem Wohnraum  


Unter Beteiligung des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration, des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung sowie dem Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz geht das Hessische Ministerium des Innern und für Sport davon aus, dass diese Kriterien in Hessen grundsätzlich landesweit erfüllbar sind.

Allerdings stehen hessische Kommunen bei der Versorgung mit angemessenem Wohnraum zunehmend vor erheblichen Schwierigkeiten. Um eine weitere Verschärfung dieser Lage zu verhindern und eine bessere Planbarkeit zu ermöglichen, ist eine gleichmäßige Verteilung des zu integrierenden Personenkreises auf die Kommunen in Hessen notwendig geworden. Außerdem wurde erkannt, dass mit dem Zuzugsstrom in die Ballungsgebiete Integrationsmaßnahmen im ländlichen Bereich ungenutzt bleiben.

Im Interesse einer gleichmäßigen Auslastung der Integrationsressourcen und damit im Interesse einer Verbesserung der individuellen Integrationschancen hat das Hessische Ministeriums des Innern und für Sport mit Erlass vom 24.08.2017 die Wohnsitzverpflichtung neu geregelt.  

Für Personen, die ab dem 01.09.2017 als Asylberechtigte, Flüchtlinge im Sinne des § 3 Abs. 1 Asylgesetz oder subsidiär Schutzbedürftige im Sinne des § 4 Abs. 1 Asylgesetzes anerkannt worden sind oder denen erstmalig eine Aufenthaltserlaubnis nach den §§ 22, 23 oder 25 Abs. 3 Aufenthaltsgesetz erteilt worden ist, wurde u. a. geregelt, dass die Wohnsitzverpflichtung nach § 12a AufenthG auf die jeweilige Kommune beschränkt wird.

Für den Rheingau-Taunus-Kreis bedeutet dies, dass in der Regel dieser Personenkreis verpflichtet ist, im Landkreis auch nach asylrechtlicher Anerkennung oder Erteilung der Aufenthaltserlaubnis zu wohnen.  Ausnahmen bei Erwerbstätigkeit, Ausbildung oder aus familiären Gründen werden im Rahmen eines Anhörungsverfahrens von der Ausländerbehörde geprüft. Das gleiche gilt auch für nachziehende Familienangehörige.

Die Ausländerbehörde des Rheingau-Taunus-Kreises

Ehrenamtliche Flüchtlingshilfe in Oestrich-Winkel

Im Oktober  2014 wurden Oestrich-Winkel die ersten Flüchtenden zugewiesen. Sie kamen überwiegend aus den Balkanstaaten, eine Großfamilie aus Afghanistan. Von Anfang an hatte die Kommune das Ziel, alle Flüchtenden weitgehend über das Ehrenamt zu betreuen. Für die zunächst ca. 30 Flüchtenden fand sich eine ebenso große Gruppe von Ehrenamtlichen bereit, sich um die Asylsuchenden zu kümmern. Mit Beginn 2015 nahm die Zahl der Flüchtenden zu und es bestand die Notwendigkeit, die Betreuung neu zu strukturieren und effizient zu organisieren. Unter der Leitung des Bürgermeisters wurde eine Steuerungsgruppe gebildet, die sich gegenwärtig noch einmal im Monat trifft,  um alle aktuellen Problemlagen im Umgang und im Alltag mit den Geflüchteten zu erörtern und Vorgehensweisen abzustimmen. Die Betreuung ist in vier Teilbereiche aufgeteilt:

1. Die Patengruppe: Ehrenamtliche betreuen  einzelne Familien und Wohngruppen bei der Organisation des Alltags (Arztbesuche, Umgang mit Behörden, Schulanmeldung, Anmeldung Integrationskurse, etc.)
2. Die Arbeitsfindungsgruppe: Ehrenamtliche engagieren sich für  die Eingliederung in den Arbeitsmarkt in Form von Praktika und/oder Ausbildungsverhältnissen, sie halten den Kontakt zu ortsansässigen Betrieben und Vereinen.
3. Die Ökumenen- und Cafégruppe (Café International, CI): Die katholische, evangelische und neuapostolische Kirche planen, organisieren und finanzieren Treffen mit Flüchtenden (Tanzkurs, gemeinsame Rheinschifffahrt, etc.). Die Cafégruppe organisiert einmal im Monat ein offenes Treffen für Bürgerinnen und Bürger mit den Geflüchteten mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten.
4. Die Sprachgruppe: Die hier ehrenamtlich tätigen Personen planen und unterrichten das Fach Deutsch ausschließlich für Erwachsene. Da viele nach dem Anerkennungsverfahren an den offiziellen Kursen der vhs teilnehmen, wurde für diese Gruppe ein sogenannter Nachhilfeunterricht nachmittags eingerichtet. Mütter, deren Kinder noch nicht in Kitas oder Grundschulen sind, werden vormittags unterrichtet. Parallel hierzu wird eine Kinderbetreuung angeboten.

Alle Gruppen sind durch ihre Sprecherinnen und Sprecher in der Steuerungsgruppe vertreten. Dadurch ist der notwendige Informationsaustausch zwischen den Gruppen gesichert. Gegenwärtig sind noch ca. 105 Geflüchtete in Oestrich-Winkel untergebracht. Die meisten leben in Familien und eigenständigen Wohneinheiten, ungefähr 30 Alleinstehende in einem ehemaligen Hotel. In den letzten Monaten haben auch  Geflüchtete eine Bleibe in Oestrich-Winkel gefunden,  die erst nach ihrem Anerkennungsverfahren aus einer anderen Kommune hierher gezogen sind. Auch diese werden in unser umfassendes Betreuungsangebot eingebunden. Hin und wieder scheiden ehrenamtliche Mitarbeiter aus privaten oder beruflichen Gründen aus, aber es gelang bisher immer, Ersatz zu finden. Durch die Vielzahl der ehrenamtlichen Mitarbeiter, die zugleich Bürgerinnen und Bürger Oestrich- Winkels sind, wirken diese auch als Multiplikatoren für das Verständnis der Belange der Flüchtenden, ein wesentlicher Baustein für die erfolgreiche Integration.

Bild: Im Café International gibt es immer etwas zu klären

Viele Personen, die sich bei der Ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe Oestrich-Winkel engagieren, unterstützen und vernetzen sich im Rahmen ihres jeweiligen Wirkungsbereiches. Wünschen Sie nähere Informationen zur Ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe Oestrich-Winkel, dann wenden Sie sich bitte an Herrn Bernd Nungesser, Stadtverwaltung und Flüchtlingshilfe Oestrich-Winkel, Telefon 06723-992144 oder bernd.nungesser@oestrich-winkel.de.

Integration von Flüchtlingen im ländlichen Raum

Integration von FlüchtlingenIm Rahmen des Modellvorhabens „Integration von Flüchtlingen im ländlichen Raum“, gefördert durch das Land Hessen, werden in Aarbergen verschiedene Strategien zur Ansiedlung von Flüchtlingen mit dauerhafter Bleibeperspektive entwickelt.

Es sind unterschiedliche Projekte gestartet zu den Themen:

  • Mit Unterstützung und Kontakten in Lohn und Brot
  • Die Sprache  - Türöffner zur Integration
  • Natur erleben – die neue Heimat kennenlernen
  • Angebote für Frauen zur Integration in das nahe Lebensumfeld

Mit der Unterstützung Ehrenamtlicher werden die Projektideen unter Koordination der Gemeindeverwaltung umgesetzt.

Mit ausgebildeten Integrationslotsinnen werden Sprachbarrieren und kulturelle Hürden überwunden.

Das jüngste Projekt zum Thema „Angebote für Frauen“ ist im April 2017 gestartet:

Angebote für Frauen - Schafft Nähe

Interessierte Frauen (Deutsche, Migrantinnen, Geflüchtete) treffen sich, um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. 1 Mal in der Woche vormittags findet ein Nähtreff statt, nachmittags ein Handarbeitstreff. Nähere Informationen zu allen laufenden Projekten erhalten Sie bei der Gemeinde Aarbergen, Frau Schmitt, Tel. 06120/2732, email: beate.schmitt@aarbergen.de